Projekte: Budget für Arbeit

Menschen mit Behinderung

Mit dem strategischen Projekt soll die Beschäftigungssituation von Menschen im Arbeitsbereich von Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) in der Region Marburg-Biedenkopf durch Nutzung des neuen Instrumentariums des Budgets für Arbeit nach § 61 SGB IX nachhaltig verbessert werden. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, WfbM und Inklusionsbetriebe sollen umfassend und betriebsnah über das Instrument informiert, unterstützt und beraten werden. Gleichzeitig sollen durch regelmäßige Informationsveranstaltungen und andere Maßnahmen auch Menschen aus den regionalen Werkstätten informiert (und im Idealfall auch gefunden) werden, um ihnen Perspektiven außerhalb der Werkstatt aufzeigen und eröffnen zu können.

Hierbei soll auch das Instrument des Jobcarvings zum Einsatz kommen, dass auf der einen Seite für das Budget sensibilisieren und auf der anderen Seite den betroffenen Menschen ein geeignetes Matching für einen neuen Arbeitsplatz außerhalb ihrer WfbM bieten kann. Konkret soll über Öffentlichkeitsarbeit, Best-Practice-Beispiele und Kontakte zu verschiedenen Netzwerken die regionalen Wirtschaftsbetriebe angesprochen und über die Möglichkeiten des Budgets für Arbeit informiert werden.

Im Fokus des Projekts steht daher nicht das Schaffen neuer Arbeitsplätze für Menschen aus einer WfbM, sondern die Bewerbung des Budgets für Arbeit in der regionalen Arbeitgeberlandschaft, um die Einstellungsbereitschaft für Menschen, die auf die Unterstützung durch das Budget für Arbeit angewiesen sind, zu erhöhen. Neben dieser Sensibilisierungsarbeit werden die Menschen, die die WfbM nicht als Ort ihrer beruflichen Teilhabe wählen wollen, auf ihrem Weg in den allgemeinen Arbeitsmarkt durch das Projekt unterstützt.

Im Rahmen der jährlichen vom Projektträger zu erstellenden Dokumentation sollen Aussagen über die erreichte Einbindung des Themas Budget für Arbeit in die neuen und bestehenden regionalen Netzwerkstrukturen getroffen werden. Abschließend ist Ziel des Projektes und seiner Dokumentation der Erkenntnisgewinn von geeigneten Rahmenbedingungen für ein Budget für Arbeit und mögliche Hinweise für dessen zielorientierte Weiterentwicklung und Etablierung in der Region.

 

Werkstattfähige Personen haben seit 2018 die Option eine inklusive Arbeitsstelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt anzunehmen, anstatt in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu arbeiten. Möglich wird dies durch die Förderung über ein „Budget für Arbeit“ nach §61 SGB IX: Arbeitgeber erhalten als Ausgleich für die geringere Leistungsfähigkeit ihres neuen Angestellten einen Netto-Lohnkostenzuschuss in Höhe von 75% des Arbeitnehmerbruttolohns.

Silvio hat sich für diesen Schritt entschieden. Er ist seit März 2020 als Krankentransportfahrerassistent bei MediTrans GmbH eingestellt. Er fährt natürlich nicht selber einen Transporter, sondern übernimmt andere wichtige Aufgaben im Betrieb und beim Krankentransport.

Der folgende Film stellt Silvios Arbeit bei MediTrans GmbH vor und verdeutlicht, wie in seinem Fall die Teilhabe am Arbeitsleben aussieht.

Kurzüberblick
  • Kurzbeschreibung:

    Ermöglichung einer Arbeitsstelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderung als Alternative zum Besuch einer Werkstatt für behinderte Menschen.

  • Laufzeit: 01.05.19 bis 30.04.22
  • Zielgruppe:

    Menschen mit Behinderungen / Personen mit Zugangsberechtigung zum Arbeitsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen

  • Finanzierung/Kostenträger:

    Landeswohlfahrtsverband Hessen, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Hessisches Perspektivprogramm zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen schwerbehinderter Menschen

  • Teilnahmevoraussetzungen:

    Zugangsberechtigung zum Arbeitsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen / Erfahrungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt

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