Seit 1987 prägte sie Arbeit und Bildung e.V. entscheidend mit – als engagierte Geschäftsführerin, pragmatische Netzwerkerin und leidenschaftliche Europäerin. Angelika Funk verabschiedet sich zum 1. Juli 2025 nach 38 Jahren in den Ruhestand. Ihr Wirken bleibt: in Projekten, Strukturen und einem klaren Wertekompass für Teilhabe, Demokratie und Jugendförderung.
Mit Angelika Funk verlässt eine prägende Persönlichkeit die Geschäftsführung von Arbeit und Bildung e.V. Seit ihrem Einstieg 1987 engagierte sie sich unermüdlich für Jugendliche im Übergang Schule–Beruf, entwickelte Bildungsprojekte, baute Standorte in Ostdeutschland auf und war Mitbegründerin des europäischen Netzwerks REIN.
Ob ausbildungsbegleitende Hilfen, innovative Projekte wie das Jugendzentrum „Bullenstall“ in Wetter oder die Arbeit mit inhaftierten Jugendlichen – stets setzte sie auf Teilhabe, praktische Unterstützung und das Vertrauen in persönliche Kompetenzen.
Eine besondere Herzensangelegenheit war die europäische Zusammenarbeit: Über viele Jahre initiierte sie europäische Projekte, entwickelte Konzepte und förderte Austauschprogramme wie „YOUrope“ (IdA Integration durch Austausch). Auch die Marburger Bootswerft und das Lahnschiff „Elisabeth“ wurden von ihr ins Leben gerufen.
Intern leitete sie dazu noch die Bereiche Finanzen und Hausorganisation. Sie leitete den Mittelhessischen Bildungsverband e.V. (MBV) als erste Vorsitzende und war über zwei Jahrzehnte Sprecherin im Arbeitskreis „Jugend und Beruf“.
Im Rahmen einer feierlichen Abschiedsveranstaltung würdigten zahlreiche Wegbegleiter:innen ihr außergewöhnliches Engagement. Oberbürgermeister Dr. Thomas Spieß bezeichnete sie als „Pionierin“, die ihre Arbeit als gesellschaftlichen Auftrag verstanden und mit Mut und Ausdauer gegen Widerstände umgesetzt habe. Egon Vaupel, Vorsitzender von Arbeit und Bildung e.V., hob ihre stille Autorität und Menschlichkeit hervor: „Sie konnte die Stimme heben, ohne laut zu werden.“ Für Gerlind Jäckle, Geschäftsleiterin der Praxis GmbH, war sie „Motor und Ideengeberin“ – beruflich wie persönlich eine prägende Weggefährtin. Auch internationale Projektpartner wie Montse Sos i Serra aus Barcelona dankten für die jahrelange vertrauensvolle und inspirierende Zusammenarbeit für Europa.
“Wir waren eine tolle weibliche Doppelspitze, die ohne Konkurrenzen und Machtkonflikte auskam“, bedankte sich Kordula Weber.
„Ich habe immer gern gearbeitet. Jetzt liegt die Zukunft von Arbeit und Bildung e.V. bei Kordula Weber und den Abteilungsleitenden, die viele Herausforderungen zu bewältigen haben“,
sagte Angelika Funk zum Abschied. Ihr Wunsch ist es, dass ein demokratisches Miteinander, Vielfalt und die Teilhabe aller Menschen sowie die Stärkung des europäischen Gedankens weiterhin feste Bestandteile des Bildungsträgers bleiben. Sie ist der Überzeugung, dass Sprache, Bildung und Arbeit entscheidend für die Integration und Zufriedenheit der Menschen beitragen.
Ab dem 1. Juli übernimmt Kordula Weber die alleinige Geschäftsführung.